Einbau einer SMD LED Beleuchtung in den Roco
Silberling Steuerwagen
(Karlsruher Kopf aus dem Set 45927)
21.06.2011
Die original eingebaute Glühlampenbeleuchtung
in diesen Wagen leuchtet sehr
ungleichmäßig, recht dunkel und braucht relativ viel Strom.
Die Glühlampen werden so heiß, dass die
Lichtraumabdeckung samt Lichtleitkörper schon
nach kurzer Betriebszeit
anschmelzen! Das sollte deshalb mit SMD LED verbessert werden.
Beim Umbau ergaben sich zwei Lösungswege. Beim ersten Weg (Dem mit
dem geringsten
Aufwand, den ich natürlich zuerst
einmal versuchen wollte) wurde die Originalplatine im
Wagen modifiziert und die darauf sitzenden Glühlampen gegen LED getauscht. So kann
im
Servicefalle das Gehäuse schnell abgenommen werden, ohne daran denken zu müssen
die
Stromversorgung zur LED oben an der Stirnlinse abzureißen.
Beim zweiten Weg wurden die LED in der Lichtraumabdeckung im Wagenoberteil, dem
Ge-
häuse
angebracht. In diesem Falle sind Wagenboden und Gehäuse
durch Kupferlackdrähte
miteinander verbunden. Jetzt muss man im Servicefalle
natürlich aufpassen keine Drähte
abzureißen, wenn man die Haube abnimmt und entsprechend vorsichtig vorgehen...
Auf den ersten Weg soll nur in Form von Bildern und einer
kurzen Analyse eingegangen
werden, denn das Endergebnis ist absolut
nicht
optimal! Die LED müssen exakt ausgerichtet
werden und es kommt
_dabei auf den Millimeter_ an!
Und genau das ist viel zu zeitaufwendig und sehr, sehr umständlich. Man muss das
Stück für
Stück austesten und nach
jedem Ausrichten der LED auch die Wagenhaube
zum Test wieder
aufsetzen und anschließend wieder abnehmen, wenn es immer noch nicht
stimmt.
Wenn man das schon nur 10 Male vollzogen hat ist das Maß so ziemlich voll. Jeder
kann sicher
gut nachvollziehen, wie "toll" das ewige Aufklippsen und gleichzeitige Spreizen aller
vier
Wagenaufgänge der Gehäusehaube zum Abnehmen ist. Wie auch immer, um zu diesem
Ergebnis zu kommen sind
einige
nervenaufreibende Stunden vergangen. Und ich
war ganz
ehrlich schon froh es überhaupt so hinbekommen zu haben...


a) Schaut man genau in die Bilder sieht man, dass das
rechte untere Licht in beiden Fahrtrichtun-
gen heller wie
das
linke
ist.
Die Kamera übertreibt in den Bildern nicht, sie zeigt schonungslos
die Schwächen...
b) Das Stirnbeleuchtung ist insgesamt zu hell ...
c)
Die Zieltafel leuchtet auch zu hell ...
Größere Widerstände oder ein ändern der Helligkeit mit den Decoder CV
nutzten nichts. Dann
leuchtete alles obendrein auch
noch unterschiedlich hell ...
Das daran auch die als gut ausgerichtet geglaubten LED mit Schuld waren
stelle sich dann beim
zweiten Lösungsweg
heraus. Das betraf auch die LED im Lichtleitkörperschacht für das obere
Stirn-
licht und die Zieltafel, welche hierbei im 45°
Winkel nach vorn ausgerichtet war (dazu unten mehr)
Folgend der zweite, deutlich bessere Lösungsansatz.
Hierbei
werden die LED in der Lichtraumabdeckung angebracht,
welche Teil der aufzusetzen-
den Wagenhaube ist. Beim Leuchttest
muss die Wagenhaube nun
nicht mehr immer wieder
aufgesteckt und abgenommen werden. Das ist sozusagen Gold wert
und Garant zum
Erfolg ...
Begonnen wurde der Umbau mit dem oberen Teil der Stirnbeleuchtung und der
Zieltafel.
Dazu ist in den ersten beiden Bildern der obere Lichtleitkörperschacht
zu sehen, worin die Zieltafel
auch integriert ist. Das Ganze
sitzt in der Wagenhaube unter
dem
Dach und ist dort leicht heraus zu
klippsen. Um aber vernünftig an die Zieltafel selber zu kommen,
muss die darunter
sitzende Licht-
raumabdeckung erst
entfernt werden. Der Lichtraumschacht ist ein klarsichtiges
Spritzgussteil, wel-
ches
rundherum
grau
lackiert ist.
Hieran kann man also nichts ändern, ohne das
Risiko einzugehen
es zu zerstören.
Vom Aufbau her
ist es für Glühlampen
konstruiert. Im Innern verläuft ein Teil "hohl" nach vorne
und mündet als Zieltafel (hohl, um
die Lampe aufnehmen zu können) und ein weiterer Teil per
Lichtleitkörper nach
oben zum Stirnlicht. So können gleichzeitig beide
Teile
ausleuchtet werden,
da
Glühlampen nach vorn
und nach oben strahlen.
SMD LED leuchten dagegen hauptsächlich nach vorne und nur wenig nach oben.
Es galt
also eine Lösung zu finden, wie man das
trotzdem und vor allem mit nur einer einzigen SMD
LED hinbekommt. Verwendet wurde eine
0603er warmweiße oder anderes gesagt reinweiße LED
von Hufing
Tronic
(KEINE Goldenwhite, die ist zu gelb im Licht, zu warm) Als Vorwiderstand dient
ein SMD Bauteil in der Bauform 1206 und 820 Ohm.
In einer ganzen Reihe von Testversuchen wurde dann die optimale Stelle und
Ausrichtung für die
LED ermittelt. Die Einbautiefe
orientiert sich an der Schräge im Inneren für den oberen Lichtleit-
körper.
Die LED muss dazu ungefähr einen Zentimeter tief (Auf Höhe der innen
befindlichen Schräge)
in den Schacht so eingesetzt
werden,
dass sie dabei leicht nach hinten oben
strahlt. Das ist kein Witz!
Nur so gelingt es, dass das Helligkeitsverhältnis
zwischen Stirnlicht
und Zieltafel stimmig wirkt und
das vor allem die Zieltafel nicht zu hell
ausgeleuchtet ist. Der Test mit dem Netzteil zeigte bereits da
schon, dass beide Lichtbereiche (Stirnlicht unten und Zieltafel) auch obendrein
absolut gleichmäßig
zu dimmen sind. Und genau da wollte ich hin!
Den richtigen Punkt zu
finden um alles in Ruhe auszurichten gelingt mit Kupferlackdraht und
Autoknet-
masse problemlos...
(Gelber Pfeil Bild 1)
Zeigt die in den Lichtschacht eingesetzte und erst einmal
vorsichtig mit Autoknetmasse fixierte LED.
(Gelber Pfeil Bild 2)
Zeigt wie die Kupferlackdrähte unten am Lichtschacht
ausgeführt und mit UHU HART verklebt wurden.
Dann ging es mit dem unteren Bereich weiter:
In Bild 3 sieht man die entkernte Platine, auf der vorher die
Glühlampen für die untere
Stirnbeleuchtung saßen. Sie dient jetzt nur
noch dazu die Vorwiderstände für die SMD
LED aufzunehmen. Dabei wurden 3,3 KOhm
für die PLCC2 von Jorns und 1 KOhm für
die
superhelle rote #0603-360 RT von Reichelt verwendet. Die schwarzen Pfeile im
Bild
zeigen auf zwei Kunststoffhalterungen
die
entfernt wurden, weil sie den Sitz der LED
beim Aufsetzen des Gehäuses verändern
könnten. Sie dienen eigentlich zum Rückhalt
des schwarzen
Abschirmrahmens um den Lichtleitkörper.
Dieser sitzt jetzt durch Autoknetmasse mit UHU Hart überzogen fest
genug (siehe auch Bild 5)

Bild 4 zeigt den Versuchsaufbau in dem gerade versucht wurde die richtige Stelle für die
weiße
LED zu finden. Die LED werden
dabei lediglich mit Autoknetmasse
gehalten, sind
mit Kupferlackdrähten versehen und an einem regelbaren Netzteil
angeschlossen.
Damit das nicht so eine Pfriemelei
mit den Klemmen des Netzteiles gibt, wurden die
Kupferlackdrähte auf eine kleine
Hilfsplatine
gelötet und die Klemmen am anderen
Ende
angebracht. Im angeschlossen Zustand wurde jetzt stückweise die richtige
Stelle
gesucht
und gefunden.
Um die richtige Stelle und
Ausrichtung
für die rote und weiße LED zu finden wurden beide
in der Lichtraumabdeckung
zunächst
probeweise vorsichtig mit Autoknetmasse fixiert.
Dann wurden sie wie zu Bild 4
beschrieben ausgerichtet. Dabei wurde jeweils die
rote LED
mit 1,8 bzw. die weiße mit 2,8 Volt versorgt und so lange
hin- und herbewegt, bis das Stirn-
licht stimmig und gleichmäßig
aus allen Blickwinkeln
leuchtete ...
In Bild 5 hat dabei die weiße LED schon ihren Platz gefunden und ist mit UHU
Hart fixiert.
Die rote muss ihre endgültige Position
noch finden
und ist erst vorfixiert. Das die Kupfer-
lackdrähte zur Stromversorgung für die
Testphase lang genug sein müssen versteht
sich
von
selbst. Passend kürzen kann man sie immer noch.
Abschließend wurde der
Raum noch mit Isolierband abgedeckt um austretendes Streulicht
zu vermeiden.

Die Kupferlackdrähte wurden dann auch noch gekürzt und auf der Platine aus Bild 3 verlötet ...
Bild 07 + 08 zeigen das Ergebnis! (Noch auf einem Testgleis)
Je nach Geschmack kann man jetzt über den
Decoder weiter dimmen oder heller einstellen!

Bild 09 + 10) Lediglich beim weißen Stirnlicht
wurde noch etwas gedimmt.

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